Diabetes mellitus
Informationen für Betroffene und Angehörige
Therapie eines Diabetes mellitus
Bei der Therapie eines Diabetes mellitus geht es in erster Linie darum, Folgeerkrankungen zu vermeiden und den Betroffenen eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Sind bereits Folgeerkrankungen aufgetreten, so müssen diese ebenfalls behandelt werden, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern.
Diabetes Typ 1
Bei einem Diabetes vom Typ 1 besteht, durch die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen, ein echter Insulinmangel. Da dieser behoben werden muss, wird Insulin über Injektionen unter die Haut zugeführt. Dies erfolgt mit Spritzen, einem Pen (einer Art Spritze, die die Durchführung der Injektion stark vereinfacht) oder in seltenen Fällen mit einer Insulinpumpe, die ständig am Körper getragen wird.
Die Menge des zuzuführenden Insulins muss im Voraus berechnet werden und ist abhängig vom aktuellen Blutzuckerwert, der Menge aufgenommener Kohlehydrate und der geplanten körperlichen Aktivität. Mit Ausnahme der Insulinpumpe, bei der ausschließlich kurzwirksames Insulin verwendet wird, wird bei Typ 1 Diabetikern die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) durchgeführt. Das heißt, dass zu den Mahlzeiten kurzwirksames Insulin gespritzt wird, sowie eine Insulin-Grundversorgung durch 1 bis 3 Injektionen Verzögerungsinsulin erzielt wird. Verzögerungsinsulin hat eine besonders lange Wirkung, da es entweder an eine Trägersubstanz gekoppelt oder so aufgebaut ist, dass es nur langsam in den Blutkreislauf gelangt. Typ 1 Diabetiker kommen so auf 4 bis 6 Injektionen pro Tag.
Diabetes Typ 2
Ein Diabetes Typ 2 kann, insbesondere bei übergewichtigen Menschen, durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten positiv beeinflusst werden. Eine Gewichtsreduzierung durch Sport und eine Umstellung der Ernährung auf eine fettarme und ballaststoffreiche Mischkost senkt die Blutzuckerwerte im Normalfall deutlich, häufig werden allein durch diese Maßnahmen Werte im Normbereich erzielt. Erst wenn trotz der geänderten Lebensgewohnheiten immer noch erhöhte Blutzuckerwerte gemessen werden, sollten Medikamente eingesetzt werden. Dies sind in der Regel Tabletten, die nach einem der folgenden Wirkprinzipien fungieren:
- Verlangsamung der körpereigenen Insulinausschüttung
- Verlangsamung der Zuckeraufnahme aus dem Darm
- Hemmung der Zuckerherstellung und -ausschüttung in der Leber
- Verbesserung der Insulinwirkung auf die Zellen
- Beeinflussung von Inkretin-Hormonen (körpereigene Blutzuckerregulatoren)
Erst wenn auch mit Tabletten keine ausreichende Absenkung des Blutzuckerspiegels mehr erzielt werden kann, wird bei einem Diabetes Typ 2 Insulin verabreicht.
Schwangerschaftsdiabetes
Ein nicht behandelter Schwangerschaftsdiabetes stellt in erster Linie eine Gefahr für das ungeborene Kind dar, zudem können Folgeerkrankungen der Mutter entstehen. Es muss also unbedingt behandelt werden. Dies erfolgt zunächst über eine Ernährungsumstellung auf eine fettarme und ballaststoffreiche Diät. Kohlehydrate dürfen nicht eingespart werden, da das ungeborene Kind diese für seine Entwicklung benötigt. Ist der Blutzuckerspiegel dennoch erhöht, muss eine Insulintherapie begonnen werden. Medikamente in Tablettenform (orale Antidiabetika) dürfen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
Lydia Köper
Weitere Artikel im Bereich Therapie:
Therapie eines Diabetes mellitus
Der Startartikel in diesem Bereich gibt Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes mellitus.
