Diabetes mellitus

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Entstehung eines Diabetes mellitus

Die Entstehung eines Diabetes mellitus kann unterschiedliche Ursachen haben. Welche Faktoren die Krankheit auftreten lassen, hängt von der jeweils betrachteten Diabetesform ab, sie steht jedoch immer im Zusammenhang mit dem Hormon Insulin.

Insulin

Insulin ist ein Hormon, das von speziellen Zellen, so genannten Betazellen, hergestellt wird. Diese liegen in den Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Die Aufgabe des Insulins ist es, den Zellen des Körpers die Aufnahme von Zucker (Glukose) aus dem Blut zu ermöglichen. Zellen, die besonders schnell und viel Glukose aufnehmen können, sind Leber- und Muskelzellen. Dies liegt an ihrem hohen Energiebedarf, der unter anderem durch Glukose gedeckt wird. Nimmt ein Mensch eine kohlehydrathaltige, also zucker- oder stärkehaltige Mahlzeit ein, so steigt der Blutzuckerspiegel im Blut.

Bei gesunden Menschen reagiert der Körper darauf mit einer entsprechenden Insulinproduktion: bei hohem Blutzuckergehalt wird viel Insulin produziert, bei wenig Zucker im Blut wird auch entsprechend wenig Insulin ausgeschüttet. Genau diese Regulation der Glukoseaufnahme durch die Insulinausschüttung funktioniert bei Diabetes-Patienten aus unterschiedlichen Gründen nicht.

Diabetes Typ 1

Typ 1 kommt bei den Diabetes-Erkrankungen selten vor, nur 3 bis 5 % der Diagnosen entfallen auf diese Form. Sie beginnt meistens im Kindes-, Jugend- oder frühen Erwachsenenalter und wurde daher früher als juveniler Diabetes mellitus bezeichnet. Typ 1 Diabetes zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Dies sind Krankheiten, die durch das Immunsystem des Patienten hervorgerufen werden.

Die eigentliche Aufgabe des Immunsystems ist es, den Körper gesund zu erhalten, indem beispielsweise in den Körper eingedrungene Krankheitserreger bekämpft werden. Bei manchen Menschen richtet sich das Immunsystem jedoch, aus zumeist ungeklärter Ursache, gegen körpereigene Zellen oder Substanzen. Bei einem Typ 1 Diabetes sind dies die insulinproduzierenden Betazellen, die langfristig komplett zerstört werden. Folge ist ein Insulinmangel.

Diabetes Typ 2

Diabetes vom Typ 2 tritt am häufigsten bei Erwachsenen im mittleren bis hohen Alter auf, die Zahl der Fälle bei Kindern und Jugendlichen nimmt jedoch ständig zu. Die meisten Erkrankungen entstehen aufgrund des so genannten Wohlstandssyndroms (metabolisches Syndrom), bestehend aus Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und einer Insulinresistenz, also einem verminderten Ansprechen des Körpers auf das Hormon Insulin.

Ursache sind häufig Bewegungsmangel und eine falsche Ernährung. Ein echter Insulinmangel durch eine reduzierte oder nicht mehr vorhandene Insulinproduktion wie bei der Typ 1 Diabetes liegt bei Typ 2 nicht vor.

Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Form des Diabetes mellitus, die während der Schwangerschaft entstehen kann und meistens unmittelbar nach der Geburt wieder verschwindet. Ursache ist die vermehrte Ausschüttung bestimmter Hormone wie Kortisol, Östrogen und Progesteron, die als Gegenspieler des Insulins fungieren, sowie eine erhöhte Insulinresistenz während der Schwangerschaft.

Lydia Köper

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