Diabetes mellitus
Informationen für Betroffene und Angehörige
Diagnose eines Diabetes mellitus
Besteht aufgrund der Symptome ein Verdacht auf einen Diabetes mellitus, so wird der Arzt die Blutzuckerwerte des Patienten bestimmen. Weitere Hinweise auf die Krankheit kann eine Analyse der Zuckerkonzentration im Urin geben, da bei einem Diabetes vermehrt Glukose, die nicht von den Zellen aufgenommen werden kann, ausgeschieden wird.
Bestimmung des Blutzuckers
Bei gesunden Menschen liegt der Blutzuckerwert bei ca. 110 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) im Blutserum bzw. 126 mg/dl im Blutplasma. Werden Mahlzeiten eingenommen, steigt der Wert des Blutserums auf etwa 140 mg/dl an. Für Diabetiker kennzeichnend sind:
- klassische Symptome einer Diabetes und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 200 mg/dl
- wiederholte Bestimmungen des Gelegenheits-Blutzuckerwertes von über 200 mg/dl
- ein erhöhter Nüchtern-Blutzuckerwert von über 110 mg/dl im Blutserum oder 126 mg/dl im Blutplasma
- ein Zwei-Stunden-Wert von über 200 mg/dl im oralen Glukosetoleranztest (oGTT)
Zu den klassischen Symptomen eines Diabetes Typ 1 zählen:
- starker Durst
- vermehrtes Wasserlassen
- unerklärbare Gewichtsabnahme
- Leistungsminderung und Abgeschlagenheit
- vermehrte Infektionen
- schlechte Wundheilung
- Wadenkrämpfe
- Sehstörungen
- Juckreiz
- Azetongeruch (Obstgeruch) der Ausatemluft
Charakteristisch für einen Diabetes Typ 2 sind:
- vermehrter Durst
- schlechtes Allgemeinbefinden
- Gewichtsabnahme
- erhöhte Infektanfälligkeit
- Juckreiz
- leichte Ermüdbarkeit
- Schwindel
Beim oralen Glukosetoleranztest wird dem Patienten zunächst nüchtern Blut abgenommen, um den Nüchtern-Blutzuckerwert zu bestimmen. Dann nimmt der Patient 75 g Glukose gelöst in 200 bis 300 ml Wasser zu sich, indem er langsam und innerhalb von 5 Minuten trinkt. Nach zwei Stunden wird erneut Blut abgenommen und der Blutzuckerwert bestimmt.
Bestimmung des HbA1C-Wertes
Über die Bestimmung des HbA1C-Wertes kann der Zuckerstoffwechsel einer Person über einen längeren Zeitraum analysiert werden, da der Wert abhängig vom Blutzucker der letzten 8 bis 12 Wochen ist. Der Wert gibt den Prozentsatz der roten Blutkörperchen an, die mit Glukose verbunden sind. Bei gesunden Menschen liegt dieser Wert bei 4 bis 6 % (20 bis 42 mmol/l). Ein im Normbereich liegender HbA1C-Wert schließt einen Diabetes mellitus nicht aus, ein Wert über 6 % stützt jedoch eine Verdachtsdiagnose.
Urinanalysen
Normalwerte der Glukosekonzentration im Urin liegen unter 180 mg/dl. Werden Werte darüber gemessen, wurde die so genannte Nierenschwelle überschritten, bei der vom Körper überschüssige Glukose über den Urin ausgeschieden wird (Glukosurie). Bei Schwangeren ist dieser Wert etwas erniedrigt. Der Nachweis einer erhöhten Glukosekonzentration im Harn erfolgt mit speziellen Glukose-Teststreifen. Einen weiteren Hinweis auf einen Diabetes mellitus geben Ketonkörper im Urin, die ebenfalls über einen Teststreifen im Urin detektiert werden können (Ketonurie). Ketonkörper entstehen, wenn die Zellen aufgrund des Insulinmangels keinen Zucker verwerten können.
Lydia Köper
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